Immunisiert Special: Die STIKO-Highlights 2025 – Das müssen Sie jetzt wissen!
Shownotes
Herzlich willkommen zu einer Spezialfolge von Immunisiert – der Podcast der Impfakademie!
In diesem Special nehmen Sie Mirjam und Tina mit auf eine Reise durch die spannendsten STIKO-Updates aus dem Jahr 2025.
Sie erfahren, … was sich bei der Herpes-zoster-Impfempfehlung geändert hat, welche Meningokokken-Impfung jetzt für Jugendliche relevant ist, welche Impfstoffe laut STIKO für die RSV-Impfung eingesetzt werden können, was es eigentlich mit Chikungunya auf sich hat, ob die Tollwut-Impfung weiterhin aufgefrischt werden muss und warum Polio in Deutschland wieder an Bedeutung gewonnen hat.
Hören Sie rein – und bleiben Sie immunisiert!
Präsentiert von GSK. Mehr Informationen gibt es unter www.impfakademie.de
NP-DE-ABX-WCNT-250042, NP-DE-ABX-AUDI-250007, Dezember 2025
Transkript anzeigen
00:00:04: Immunisiert, der Impfakademie-Podcast.
00:00:08: Ja, hallo und herzlich willkommen zu einer Spezialausgabe von Immunisiert, ihrem Impfakademie-Podcast.
00:00:14: Wie immer, ihr kompakter und unterhaltsamer Begleiter rund um das Thema Impfen.
00:00:19: Mein Name ist Mirjam und gemeinsam mit meiner Kollegin Tina werde ich Sie heute durch diese Spezialfolge begleiten.
00:00:26: Liebe Tina, vielleicht magst du auch direkt einmal das Geheimnis lüften und erzählen, worum es heute gehen wird.
00:00:32: Ja,
00:00:32: sehr, sehr gerne.
00:00:33: Denn heute haben wir tatsächlich etwas ganz Besonderes für sie vorbereitet.
00:00:37: Wie Miriam eben schon gesagt hat, eine Spezialfolge, und zwar zu allen wichtigen Stiko-Updates des Jahres, zwanzig, fünfundzwanzig.
00:00:45: Und wir werden Ihnen in den kommenden Minuten neue oder angepasste Stiko-Empfehlungen vorstellen, unter anderem zu Herpes Zoster, Meningo Kocken und RSV.
00:00:54: Und wir gehen dabei auch darauf ein, was genau das für Sie in den Praxen bedeutet.
00:00:58: Und ich würde sagen, um keine Zeit zu verlieren, Miriam, wir starten direkt rein mit Herpes Zoster.
00:01:05: Update Herpes Zoster.
00:01:07: Liebe Miriam, lüfte doch direkt einmal das Geheimnis, was hat sich bei der Herpes Zoster-Impfung in diesem Jahr geändert.
00:01:15: Ja, das mache ich sehr gerne, Tina.
00:01:16: Also bei Herpes Zoster, da handelt es sich ja umgangssprachlich um die Gürtelrose.
00:01:21: Und das ist eine impfpräventable Infektionskrankheit.
00:01:23: Das heißt, man kann diese durch eine Impfung verhindern.
00:01:27: Und hier hat die Stiko wirklich relativ frisch im November ihre Indikationsimpfempfehlung angepasst.
00:01:34: Und vielleicht wissen Sie es ja, bisher war die Herpes Zoster-Impfung als Indikationsimpfung für Personen im Alter zwischen fünfzig und neunundfünfzig Jahren mit einem erhöhten Risiko für einen Herpes Zoster durch zum Beispiel bestimmte Grunderkrankungen empfohlen.
00:01:51: Und genau diese Empfehlung wurde jetzt eben angepasst.
00:01:53: Ab sofort empfiehlt die Stiko, die Herrpistoster-Impfung als Indikationsimpfung für alle Personen ab einem Alter von achtzehn Jahren mit einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung in Folge zum Beispiel einer angeborenen oder erworbenen, insbesondere einer Iatrogenaimmundeffizienz.
00:02:11: oder eben in Folge einer schweren Ausprägung einer chronischen Grunderkrankung.
00:02:15: Ja, und was bedeutet das jetzt im Endeffekt, dass auch jüngere Menschen, die ein erhöhtes Risiko haben, ein Herbstoster zu entwickeln, jetzt auch schon geimpft werden können?
00:02:26: Und an meiner Stelle finde ich diese Anpassung mehr als sinnvoll, denn ich kann hier gerne noch mal ein bisschen aus dem persönlichen Nähkästchen plaudern, bei mir im Umfeld gibt und gab es tatsächlich auch viele ... Personen, die zum Beispiel erst ... und eben schon ein Herr bis Zoster entwickelt haben.
00:02:45: Und teilweise auch wirklich mit langwierigen und schweren Komplikationen.
00:02:49: Und das hätte verhindert werden können.
00:02:50: Und deswegen find ich's richtig gut, dass die STIKO jetzt auch ihre Impfempfehlung angepasst hat.
00:02:55: Ja, ich glaub, da haben wir tatsächlich alle irgendjemanden im bekannten Kreis ... der oder die schon mit Herbis Zoster zu tun hatte.
00:03:03: Kannst du vielleicht kurz auf die Gründe eingehen, die die Stiko jetzt zu dieser Herabsenkung der Altersgrenze auf achtzehn Jahre bewegt hat?
00:03:11: Ja, also im Ende ... liegt der Grund daran, dass die Funktionalität unseres Immunsystems entscheidend ist, wenn es darum geht, ob jemand ein herpiszoster entwickelt oder nicht.
00:03:21: Denn wir alle tragen das Virus ja in uns als blinden Passagier sozusagen.
00:03:27: und das Virus das wartet nur darauf, dass unser Immunsystem einmal unaufmerksam ist und sich dann entsprechend reaktivieren kann.
00:03:34: Und wir wissen ja schon, das Alter zum Beispiel, das hatten ganz großen Einfluss auf die Funktionalität unseres Immunsystems.
00:03:41: Daher gibt es auch die Standard-Impf-Empfehlung.
00:03:43: Alle Personen ab sechzig Jahren sollen geimpft werden.
00:03:46: Aber eben auch Erkrankungen können einen direkten oder indirekten Einfluss auf unser Immunsystem haben.
00:03:52: Wie der Name zum Beispiel schon sagt, schränkt eine angeborene oder erworbene Immundeffizienz unser Immunsystem auch bereits in jüngeren Jahren stark ein.
00:04:01: Und auch chronische Erkrankungen interferieren negativ mit dem Immunsystem.
00:04:05: Die STIKO hat deswegen in ihrer Empfehlung ist auch eine Liste geteilt mit Erkrankungen, die eben das tun.
00:04:12: Und diese Liste enthält zum Beispiel Grunderkrankungen wie HIV, Diabetes mellitus, COPD oder auch Rheumatoide atritis.
00:04:20: Und das sind ja alles Volkskrankheiten, die durchaus auch jüngere Menschen betreffen.
00:04:25: Wichtig ist, die Liste ist allerdings nur exemplarisch.
00:04:28: Es gibt auch darüber hinaus Krankheiten, die signifikant das Risiko erhöhen, ein Herbestoster zu entwickeln.
00:04:36: Ja, und
00:04:36: bei den vielen ... Indikationen, die du jetzt schon genannt hast und das sind ja noch mehr und dann auch noch die verschiedenen Schwere gerade dieser Indikationen, ist es wahrscheinlich nicht so ganz einfach, da den Überblick zu behalten.
00:04:48: Macht das die Indikationsstellung jetzt für die Ärztinnen und Ärzte, aber auch für die MFA in den Praxen dann nicht wirklich unglaublich kompliziert.
00:04:56: Ja,
00:04:57: das kann man durchaus schon so sehen.
00:04:59: Da gebe ich dir teilweise zumindest recht, denn die Indikationsstellung, die scheint in der Tat nicht immer ganz so einfach und vor allen Dingen eindeutig zu sein.
00:05:08: Und man muss sich im Endeffekt jetzt ja mit zwei Fragen auseinandersetzen.
00:05:12: Zum einen, welche Erkrankung führt denn letztendlich zu einem erhöhten Risiko, ein Herbsthoster zu entwickeln?
00:05:19: Und zweitens.
00:05:21: Wann spreche ich denn von einer schweren Ausprägung?
00:05:23: Und das sind zwei Fragen, mit denen müssen sich jetzt mit Sicherheit Ärztinnen und Ärzte in der Praxis auch intensiv auseinandersetzen.
00:05:31: Ganz wichtig, aber an der Stelle, die STIKO bekräftigt hier auch noch mal die Wichtigkeit und die Rolle der Fachärztinnen und Hausärztinnen und Ärzte, um den Nutzen der Herbstzosterimpfung gerade auch für Risikopatienten möglichst voll auch auszuschöpfen.
00:05:46: Und wenn ich die STIKO hier einmal zitieren darf, sie sagt zum Beispiel, sie als Arzt oder Ärztin identifizieren diejenigen Patientinnen und Patienten, bei denen an die Indikation zur Impfung besteht, klären sie auf und unterstützen sie dabei, eine informierte Impfentscheidung zu treffen.
00:06:02: Das heißt, sie als Ärztin oder Arzt sind bei der Indikationsstellung auf jeden Fall ... am Steuer und in der Verantwortung.
00:06:09: Und damit sind wir schon mittendrin eigentlich in der Praxis, in der Umsetzung der Impfung in der Praxis.
00:06:15: Dazu vielleicht noch eine letzte Frage und zwar zum Impfschema.
00:06:18: Hat sich da auch was geändert oder bleibt das wie bislang auch schon bekannt für die Gruppe?
00:06:23: Fünfzig bis neunundfünfzig, wie wir es schon kennen.
00:06:25: Ja,
00:06:25: das ist tatsächlich die schöne Sache hier.
00:06:28: Denn bei all den Veränderungen, die es in der Indikationsimpfempfehlung gibt, ändert sich das Impfschema nicht.
00:06:34: Hier bleibt alles beim Alten.
00:06:35: Bedeutet, dass die Impfserie nach wie vor aus zwei Impfstoffdosen besteht, die idealerweise im Abstand von zwei bis sechs Monaten verabreicht werden.
00:06:45: Ganz wichtig, das möchte ich an der Stelle noch mal betonen.
00:06:47: Die zweite Dosis ist wirklich essenziell, um den bestmöglichen Schutz zu erzielen.
00:06:53: Das bedeutet, die sollte man unter keinen Umständen vergessen.
00:07:00: Ja, liebe Thima, und damit kommen wir auch schon zum nächsten Thema, und zwar den Meningokokken.
00:07:06: Da hat sich ja in den letzten Jahren, sag ich mal, einiges getan.
00:07:10: Aber ganz frisch im Oktober gab es hier auch etwas Neues von der Stikomaxel, uns da mal ein bisschen mehr zu erzählen.
00:07:17: Ja, sehr gerne.
00:07:17: Bevor ich aber auf die Neuerungen eingehe, würde ich einmal kurz den Erreger gerne noch mal genauer anschauen.
00:07:23: Meningokokken sind Bakterien, und diese Bakterien, die tragen eine Polysacheritkapsel.
00:07:28: oder sind mit einer Polystacheriet-Kapsel umhüllt.
00:07:32: Je nachdem, wie diese Kapsel zusammengesetzt ist, unterscheidet man verschiedene Serokruppen an Meningokokken.
00:07:37: In Deutschland sind für die Meningokokken-Erkrankungen, also invasive Meningokokken-Erkrankungen, vor allem Sepsis oder Meningitis, vor allem die Serokruppen CW.
00:07:47: Und Y und auch natürlich B verantwortlich.
00:07:50: Und B ist immer noch die Hauptserokruppe, die uns da Sorgen bereitet.
00:07:54: Vor allem natürlich bei den Säuglingen und Kleinkindern.
00:07:57: Aber Y ist tatsächlich auch seit einigen Jahren jetzt auf den Vormarsch.
00:08:01: Und es gibt immer mehr Fälle, die auf diese Serokruppe Y zurückgehen.
00:08:05: Auf der anderen Seite gibt es immer weniger Meningokokken-C, Meningokokken-Erkrankungen.
00:08:10: Also immer weniger Fälle, die auf die C-Serokruppe zurückzuführen sind.
00:08:14: Und das ist jetzt auch der Grund, oder das ist einer der Gründe, weshalb die Stiko sich jetzt mal angeschaut hat, inwieweit, denn jetzt vielleicht eine quadrivalente Meningokokken-Impfung gegen die Serogruppen ACW und... Y interessant sein könnte für verschiedene Altersgruppen, also sowohl für Säuglinge, Kleinkinder, aber auch für junge Erwachsene, für Jugendliche.
00:08:34: Und das ist jetzt eben passiert.
00:08:36: Sie hat da ja Modellierungen aufgestellt und sich das in den verschiedenen Altersgruppen genau angeschaut und Ende Oktober jetzt eben neue Empfehlungen ausgesprochen bzw.
00:08:46: eine neue Empfehlung ausgesprochen und zwar für die Jugendlichen.
00:08:50: Denn diese sollten Jetzt im Alter von zwölf bis vierzehn Jahren eine Impfung gegen diese ... Vier Serokruppen, eine Quadrivalente Meningokokken-ACW-Y-Impfung erhalten.
00:09:01: Und nicht nur diese Altersgruppe sollte jetzt die Impfung bekommen, sondern es gibt auch eine Empfehlung für eine Nachholimpfung, und zwar für Personen bis zum fünfundzwanzigsten Geburtstag.
00:09:10: Was die Stike in dem Zuge auch gemacht hat, ist jetzt aber, dass sie die Meningokokken-C-Impfempfehlung für die kleinen Kinder, die es bislang gab, also eine Impfdosis im Alter von zwölf Monaten, die hat sie jetzt aus dem Impfkalender rausgenommen.
00:09:22: Das macht den Impfkalender natürlich für die Säuglinge auch ein bisschen schlanker.
00:09:25: gerade gesagt, wir sind es eigentlich gewohnt, dass die Meningo-Kocken-Impfung im Säuglings- beziehungsweise Kleinkindalter durchgeführt werden.
00:09:33: Das ändert sich jetzt mit dieser Empfehlung.
00:09:36: Da stellt sich natürlich die Frage, hat sich die STIKU auch genau angeschaut, dass es nicht vielleicht sinnvoller wäre, die MEN-ACWY-Impfung auch im Säuglings- beziehungsweise Kleinkindalter durchzuführen?
00:09:46: Ja
00:09:46: genau, auch das hat sich die STIKU tatsächlich angeschaut, aber es stand jetzt gegen eine allgemeine Impfempfehlung gegen ACWY für die Kleinkinder und Säuglinge empfohlen.
00:09:57: Und als Gründe nennt sich hier zum einen, dass tatsächlich relativ wenige Fälle vor allem im Vergleich zur Serokruppe B in dieser Altersgruppe auftreten.
00:10:05: Und zum anderen tatsächlich auch kein indirekter Effekt erwartbar ist für andere Altersgruppen.
00:10:11: Also kein Effekt zum Beispiel auf die Gruppe der Jugendlichen, wenn man jetzt alle Kleinkinder impfen würde.
00:10:17: Andersrum sagt sie aber tatsächlich, dass es eine Impfung der Jugendlichen einen indirekten Effekt auch auf die Säuglinge haben könnte oder haben sollte.
00:10:25: weil tatsächlich Jugendliche auch ein sehr hohes asymptomatisches Trigatum haben und natürlich Meningokokken dann in sich tragen, im nassen Rachenraum, die sie übertragen können, selbst nichts merken, aber eben vulnerablere Gruppen wie Kleinkinder anstecken könnten und die könnten dann eben eine invasive Meningokokkenerkrankung entwickeln.
00:10:45: Ja,
00:10:45: okay, das klingt ja wirklich so, als hätte die STIKO sich die Studiendaten hier wirklich eingehend angeschaut und eine sehr fundierte... Entscheidungen auch mit dieser Empfehlung getroffen.
00:10:56: Die Empfehlung ist natürlich die eine theoretische Sache.
00:10:58: Die Frage ist natürlich auch immer, wie wird das Ganze in den Praxen umgesetzt?
00:11:02: Und vielleicht kannst du da ein bisschen was zu sagen, wie jetzt die neue Meningococcus AC wie Y-Impfung auch Einzug in die Praxen finden kann und vor allen Dingen auf was man gegebenenfalls auch achten sollte.
00:11:13: Ja, auch hierzu hat die Stikosicht tatsächlich in ihrer Veröffentlichung direkt geäußert.
00:11:17: Vorgesehen ist tatsächlich für die Jugendlichen, jetzt eben in der Aldersgruppe von zwölf bis vierzehn Jahren, eine Dosis eines Quartrivalenten Menningo Coquen, ACW Y, Konjugat im Stoffs.
00:11:28: Und diese eine Dosis, die kann tatsächlich oder sollte im besten Fall im Rahmen der J.I.V.
00:11:33: Vorsorgeuntersuchung umgesetzt werden.
00:11:35: Also alle Jugendlichen sollten ja einmal eben zu dieser Vorsorgeuntersuchung kommen.
00:11:39: Und das sieht die STIKO als den idealen Zeitpunkt.
00:11:42: Im Rahmen dieser J.I.V.
00:11:43: Vorsorgeuntersuchung sind jetzt auch noch andere Impfungen auf dem Plan.
00:11:47: Und zwar die Auffrischimpfung gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis und Polio.
00:11:51: Und auch die HPV-Impfung.
00:11:53: Und hier sagt die STIKO eben auch, es ist kein Problem, diese drei Impfungen gleichzeitig zu verabschieden.
00:11:58: Das kann problemlos co-administriert werden.
00:12:01: Und tatsächlich erhofft sich die Stikule in dem Zuge auch, dass ... Vielleicht die Impfquoten für die HPV-Impfung ein bisschen ansteigen, weil die sind aktuell nicht allzu gut.
00:12:09: Bei den Mädchen sind wir bei knapp über fünfzig Prozent.
00:12:12: Die Jungen stehen noch ein bisschen schlechter da, also das sind noch sehr hohe Impflücken.
00:12:16: Und wie gesagt, hier hofft die STIKO tatsächlich, dass durch die neue Menigokokken-Impfempfehlung vielleicht auch diese Impfquoten sich positiv verändern.
00:12:23: Ja, das hoffen wir auf jeden Fall.
00:12:25: Da ist definitiv noch Luft nach oben, würde ich mal sagen.
00:12:28: Es gibt ja aber auch noch die Meningokocken-B-Impfung.
00:12:31: Die ist ja vor gar nicht allzu langer Zeit auch in den Standard-Impfkalender für die Kleinkinder eingezogen.
00:12:37: Die Frage an dich an dieser Stelle ändert sich denn da irgendwas jetzt im Zuge der neuen Meningokocken-Impfempfehlung?
00:12:43: Nein, da ändert sich nichts.
00:12:45: Und es ist auch gut so, ich hab schon gesagt, die Serogruppe B ist immer noch die, die am häufigsten für ... dass man eine invasive Meningokokkenerkrankung in Deutschland verantwortlich ist.
00:12:54: Und so sollten weiterhin alle Säuglinge im ersten Lebensjahr die Meningokokken-B-Impfung erhalten.
00:12:59: Und zwar drei Dosen im Alter von zwei, vier und zwölf Monaten.
00:13:03: Und die Nachholimpfung wäre hier bis zum fünften Geburtstag empfohlen.
00:13:06: Vielen
00:13:07: Dank, Tina, für den Überblick an dieser Stelle.
00:13:09: Und wenn Sie sich jetzt vielleicht auch noch über Meningokokken hinaus für Kinderimpfungen interessieren, dann kann ich Ihnen unsere erste Staffel von Immunisiert an das Herz legen.
00:13:20: geht es nämlich um alle Kinderimpfungen und wie diese vor allen Dingen in der Praxis auch durchgeführt werden können.
00:13:28: Update RSV.
00:13:30: Wir nehmen diese Folge hier gerade Mitte Dezember auf.
00:13:33: Das heißt, die RSV-Saison steht uns kurz bevor und im besten Fall haben alle Personen, die laut STIKO eine RSV-Impfung bekommen sollten, diese inzwischen schon erhalten, um wirklich bestmöglich in die RSV-Saison zu starten.
00:13:48: Gehen wir nun einmal ein bisschen weiter zurück in diesem Jahr.
00:13:51: Im Frühjahr hat die STIKU auch eine Änderung der RSV-Impfung ausgesprochen.
00:13:55: Was hat sich hier denn getan?
00:13:57: Das ist richtig, Tina.
00:13:58: Es gab tatsächlich eine Änderung auch bei der RSV-Impfempfehlung der STIKU.
00:14:02: Die war aber tatsächlich verhältnismäßig klein und betrifft eher die Impfstoffe, die für die RSV-Impfung zur Verfügung stehen.
00:14:11: Die RSV-Impfempfehlung, vielleicht erinnern Sie sich, die ist ja noch gar nicht so alt, zwanzig vierundzwanzig wurde die erstmals von der STIKO ausgesprochen und zwar mit dem Hinweis, dass ein Proteinimpfstoff verwendet werden soll für die Impfung.
00:14:25: Uns stehen dafür ein attiomantierter Proteinbasierter RSV-Impfstoff zur Verfügung und auf der anderen Seite ein nicht-artiomantierter Proteinbasierter RSV-Impfstoff.
00:14:36: Und beide wurden wie gesagt von der STIKO gleichermaßen empfohlen.
00:14:40: Zu dem Zeitpunkt, als die STIKO diese Empfehlung ausgesprochen hat, gab es aber tatsächlich auch schon einen weiteren Impfstoff auf dem Markt, der auf einer anderen Technologie basiert, und zwar der mRNA-Technologie.
00:14:51: Es ist also ein mRNA-basierter RSV-Impfstoff.
00:14:55: Und der war initial in dieser Empfehlung eben nicht inkludiert.
00:14:59: Das hat sich in diesem Jahr geändert.
00:15:02: Seit diesem Jahr empfiehlt die STIKO Alle drei Impfstoffe zugleichermaßen bedeutet im Endeffekt, dass sie als Ärztin oder Arzt jetzt sozusagen die Qual der Wahl haben in Bezug auf die Impfstoffwahl und können entsprechend anhand zum Beispiel von der Schutzdauer oder auch der Personengruppe, die sie schützen wollen, wählen und entscheiden.
00:15:23: Das heißt also, die Impfstoffauswahl wurde einfach größer an der Impfempfehlung selbst, hat sich aber gar nichts verändert.
00:15:30: Vielleicht kannst du noch einmal kurz für die Zuhörerinnen und Zuhörer zusammenfassen, welche Personengruppen denn die RSV-Impfung bekommen sollten.
00:15:37: Sehr gerne, da können wir gerne einmal kurz eintauchen und wir beginnen vielleicht einfach einmal mit der Standardimpfempfehlung.
00:15:44: Und die spricht die Stiko aus für alle Personen, die seventy-fünf Jahre oder älter sind, bedeutet, in dem Fall sollte jeder eine RSV-Impfung erhalten.
00:15:55: Darüber hinaus gibt es aber auch noch die Indikations-Impfempfehlung für Personen zwischen sechzig und vierundsebzig Jahren.
00:16:02: Und zwar, wenn diese ein erhöhtes Risiko aufgrund einer schweren Grunderkrankung aufweisen oder in Einrichtung der Pflege leben.
00:16:11: Und in dem Fall soll bitte auch einmalig gegen RSV geimpft werden.
00:16:16: Und RSV ist nun ja ein saisonaler Erreger.
00:16:19: Muss das jetzt auch wirklich jedes Jahr aufgefrischt werden?
00:16:21: Gibt es da schon eine Empfehlung von der Stiko hinsichtlich der Auffrischimpfung?
00:16:25: Ja, das ist tatsächlich eine gute und berechtigte Frage, denn wir kennen das ja von Influencer und auch COVID-IX, dass hier jährlich wirklich wieder aufgefrischt werden soll.
00:16:34: zur Saison.
00:16:35: Bei der RSV-Impfung haben wir allerdings die Besonderheit, dass je nach Impfstoff die Schutzdauer mehr als eine Saison anhält, da gibt es verschiedene Studien zu.
00:16:45: Und die zeigen zum Beispiel, dass bei dem adjuvantierten Proteinimpfstoff die Wirksamkeit über drei Saisons aufrechtgehalten wird.
00:16:53: Und bei dem nicht adjuvantierten Proteinimpfstoff und auch bei dem mRNA-Impfstoff, da ist eine Schutzdauer von mindestens zwei Saisons gegeben.
00:17:00: Und das ist auch genau der Grund, warum die Stikur zum jetzigen Zeitpunkt Eine einmalige Impfung empfiehlt bedeutet, es muss nicht aufgefrischt werden.
00:17:09: Ich bin mir aber sicher, dass das ein Punkt ist, den sich die STIKO noch weiter anschauen wird und wo die Studien auch weiter analysiert werden.
00:17:17: Und dann kann es gut sein, dass sich hier auch in den nächsten Monaten oder Jahren noch mal was ändert.
00:17:22: Und wenn das der Fall ist, dann werden wir das auf jeden Fall auch hier in unserem Podcast diskutieren.
00:17:27: Ich
00:17:27: hatte es schon gesagt, wir sind gerade im Dezember.
00:17:31: Und hier vielleicht noch meine letzte Frage zu RSV.
00:17:35: Wie sieht es denn aus mit dem empfohlenen Impfzeitpunkt?
00:17:38: Macht das jetzt im Dezember noch Sinn?
00:17:39: Sind wir jetzt eigentlich schon zu spät dran?
00:17:41: Gibt es da eine Empfehlung rund um den Impfzeitpunkt?
00:17:45: Wenn wir uns jetzt mal ganz streng an der STIKO ausrichten, an dem Wortlaut der Empfehlung, dann ist der ideale Zeitpunkt im Spätsommer Frühherbst.
00:17:53: Bedeutet also, bevor die RSV-Saison losgeht.
00:17:56: Und das macht ja auch total Sinn, denn wir möchten ja, dass der Schutz aufgebaut ist vollständig, bevor die Infektionszahlen durch die Decke schießen.
00:18:05: Ich habe aber gerade ja auch schon anklicken lassen, bei RSV haben wir die Besonderheit, dass wir eine Wirkdauer über mehr als eine Saison haben und das bedeutet... Grundsätzlich, anders als bei Covid und Influencer, könnten wir hier auch ganzjährig im Jahr gegen RSV impfen.
00:18:20: Und ich denke, das ist gerade auch für Risikopatienten ein sehr relevantes Thema, denn man sieht ja die Patienten nicht immer unbedingt im Herbst.
00:18:28: Und ich denke, es ist besser, dann einen Patienten, der eine ... Indikation für eine RSV-Impfung hat vielleicht im Mai oder April zu impfen, bevor wir den Patienten nicht wiedersehen und die RSV-Impfung dann im Herbst runterfällt.
00:18:41: Und wir müssen ja nur mal auf Influencer zum Beispiel schauen, auf Durchimpfungsraten, die sind gering, das bedeutet ... Man sieht ja, dass man tatsächlich auch nicht alle Patienten immer zeitgerecht und zum medialen Zeitpunkt erwischt.
00:18:51: Das heißt, lieber über dem Jahr impfen, idealerweise aber vor der Saison natürlich.
00:18:55: Genau, und falls Sie mehr zu RSV erfahren möchten oder auch zu anderen Atemwegs-Erregern, wie zum Beispiel COVID-IX oder Influenza oder auch Pneumokokken, auch hier haben wir schon eine ganze Staffel für Sie aufgenommen.
00:19:08: Und vier Folgen dieses Jahr veröffentlicht, hören Sie gerne mal rein.
00:19:16: Dann kommen wir jetzt als nächstes zu einem exotischen Thema mit einem durchaus interessanten Namen, und zwar Schikungunya.
00:19:24: Ich bin mir sicher, damit hat sich vielleicht noch nicht jeder bei sich in der Praxis beschäftigt.
00:19:29: Deswegen Tina, vielleicht kannst du mal ein bisschen rund um Schikungunya aufklären, was verbirgt sich dahinter für ein Virus und vor allem was für eine Erkrankung.
00:19:37: Na klar, Schikungunya bedeutet übersetzt so viel wie der gebeugtgehende.
00:19:42: Das beschreibt schon ziemlich gut das Krankheitsbild von Chikungunia, denn neben Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, also ganz uncharakteristischem Symptom, kommt es häufig zu starken und teilweise auch lang anhaltenden Gelenkschmerzen.
00:19:57: Und diese Gelenkschmerzen, die zwingend betroffene, häufig leider in so eine gebeugte Körperhaltung, was eben Chikungunia übersetzt bedeutet.
00:20:05: Chikungunia wird durch ein Virus übertragen und dieses Virus wiederum wird ... von Tigermücken von Mensch zu Mensch übertragen, die es tatsächlich inzwischen ja auch in Europa und Süddeutschland gibt.
00:20:18: Also ursprünglich waren die Tigermücken im tropischen und subtropischen Gebieten unterwegs, aber inzwischen haben wir tatsächlich auch in Deutschland mit dieser Mücke zu tun.
00:20:27: Ja, ich denke, viele von uns haben mitbekommen, dass ... das Virus beziehungsweise Chikungunya dieses Jahr medial sehr präsent war.
00:20:34: Vielleicht kannst du noch mal ein bisschen Kontext geben, warum das denn ganz genau der Fall war.
00:20:38: Ja, da
00:20:38: gibt es tatsächlich mehrere Gründe.
00:20:40: Zum einen gab es eine weltweite Ausbreitung von Chikungunya mit vielen Ausbrüchen, unter anderem diesen Jahr in... China, aber auch auf La Réunion oder Madagaskar.
00:20:51: Und im Juli hat die WHO hier tatsächlich vor einer weltweiten Epidemie gewarnt.
00:20:55: Ein weiterer Grund ist, dass sich das Virus eben aufgrund der klimatischen Veränderungen auch immer mehr Richtung Norden ausbreitet und inzwischen auch in Europa gut vertreten ist.
00:21:05: Und es gab in Europa eben dieses Jahr besonders hohe Fallzahlen.
00:21:09: Und diese Fallzahlen waren autoktone Fälle.
00:21:12: Das bedeutet, dass die Infektionen Nicht von einer Reise mitgebracht wurden, sondern tatsächlich in Europa auch erworben wurden.
00:21:19: Hatten wir vor allem in Italien einige Fälle, auch in Südfrankreich, und es gab tatsächlich auch einen Fall in Frankreich nahe der deutschen Grenze.
00:21:28: In Deutschland selbst gab es bislang keine Autoktonenfälle, aber auch hier war in diesem Jahr eine überdurchschnittliche Fallzahl gemeldet worden.
00:21:36: Vor allem hier oder ausschließlich hier tatsächlich aber reiseassoziierte Fälle.
00:21:40: Ich gehe mal davon aus, dass das entsprechend auch ein Thema ist, was uns in den nächsten ... Jahren weiter begleiten wird.
00:21:45: Die Frage, die sich jetzt stellt, ist natürlich, warum haben wir dieses Thema hier in unserer Spezialfolge mit dabei?
00:21:52: Gab's bei Chikungunia etwa auch eine neue Impfempfehlung?
00:21:56: Na klar, die gibt es.
00:21:57: Sonst hätten wir es wahrscheinlich nicht mit dabei.
00:22:00: Im Juli hat die STIKO tatsächlich eine Reiseimpfempfehlung für bestimmte Personen ausgesprochen.
00:22:05: Und so sollen ab jetzt alle Personen ab zwölf Jahren, die in ein Gebiet mit einem Chikungunia-Ausbruchsgeschehen reisen, die Chikungunia-Impfung erhalten.
00:22:13: und Personen, die einen längeren Aufenthalt oder auch mehrere kürzere Aufenthalte hintereinander in einem Chikongonier Endemiegebiet planen.
00:22:22: Hier ist noch der Zusatz mit dabei, dass es nur für Personen gilt, wenn sie zudem ein erhöhtes Risiko für eine Chronifizierung aufweisen, also diese lang anhaltenden Gelenkschmerzen, von denen ich vorhin gesprochen habe.
00:22:35: Und das, also dieses erhöhte Risiko, Das ist vor allem bei Personen ab sechzig Jahren der Fall oder auch bei Personen mit Grunderkrankungen.
00:22:42: Außerdem gibt es noch eine Berufsindikation für Personen, die mit Tikunguniaviren arbeiten und ... Zur Immunisierungs sind derzeit zwei Impfstoffe verfügbar.
00:22:52: Ein attenuierter Lebendimpfstoff, der laut STIKO allerdings nur für Personen im Alter von zwölf bis neunundfünfzig Jahren eingesetzt werden sollte.
00:23:00: Und dann gibt es noch einen Todimpfstoff.
00:23:01: Dieser kann tatsächlich für alle Personen ab zwölf Jahren eingesetzt werden, ohne Altersbeschränkungen nach oben.
00:23:07: Und für die Ticongunia-Impfung ist tatsächlich eine einzelne Impfdosis aktuell vorgesehen.
00:23:14: Update, Tollwut.
00:23:16: Ein weiteres Reisemedizinisches Thema haben wir noch für Sie mitgebracht, und zwar die Tollwut, liebe Miriam.
00:23:22: Vielleicht kannst du hier zum Einstieg noch einmal kurz zusammenfassen, wie die Tollwut überhaupt übertragen wird und vielleicht auch warum bei der Tollwut die Impfung wirklich so so wichtig ist.
00:23:32: Das mache ich sehr gerne.
00:23:33: Tollwut ist grundsätzlich erst mal eine Virusinfektion, die durch Neurotropoviren der Familie, und jetzt kommt ein etwas komplizierter Name, Rhabdoviridae verursacht wird.
00:23:44: Das Virus, das befällt das zentrale Nervensystem und führt unbehandelt annähernd immer zum Tod des Betroffenen.
00:23:52: Das ist also eine wirklich schwerwiegende Erkrankung.
00:23:55: Und infizieren kann man sich eben über den Speichel von tollwutinfizierten Tieren.
00:24:01: Meist passiert das zum Beispiel durch Bisse.
00:24:04: Und ja, die Hauptüberträger sind dabei Hunde, Katzen, Füchse, aber auch Fledermäuse.
00:24:11: Und je nachdem, wo dann die Bisverletzung letztendlich stattgefunden hat, also eher in den oberen oder den unteren Extremitäten, treten dann nach etwa so zwei bis zwölf Wochen zunächst unspezifische Symptome auf, gefolgt von neurologischen Symptomen.
00:24:27: Und das können zum Beispiel sein Unruhe, Aggressivität oder auch Schluckkrämpfe.
00:24:34: Und der Grund dahinter ist, dass sich das Virus im Endeffekt von der Bissstelle oder von der Infektionsstelle, sag ich mal, über die Nervenbahnen langsam zum Hirn vorarbeitet, langsam aber sicher und schließlich dann auch die Blutierenschranke überwindet.
00:24:49: Und das schlimme Anteil wurde, ich hab's grad schon mal gesagt, wenn die Symptome einmal auftreten, dann ist das fast immer innerhalb von wenigen Tagen tödlich.
00:24:58: Und deswegen ist es so wichtig, an dieser Stelle zu wissen, es gibt leider keine Heilung.
00:25:02: Aber wir haben eine wirksame Vorbeugung und das ist die Impfung.
00:25:06: Die eben besonders wichtig ist.
00:25:08: Und zu dieser Impfung gab es Anfang des Jahres ja auch ein Update.
00:25:12: Was soll hier denn nun anders gemacht werden als zuvor?
00:25:15: Um auf das genauer einzugehen, würde ich ganz gerne noch mal einen Schritt an dieser Stelle zurückgehen.
00:25:20: Grundsätzlich gilt nämlich Reisende, die in ein Tollwutendemie-Gebiet reisen, sollten prophylaktisch die Impfung gegen Tollwut... sollte dann aber auf der Reise etwas passieren und man hat Kontakt zu einem potenziell tollwütigen Tier, dann ist je nach Expositionsgrad zusätzlich eben auch eine Postexpositionsprophylaxe empfohlen.
00:25:41: Und die ist notwendig, um das Immunsystem noch einmal zu boostern und wirklich sicherzustellen, dass das Virus keine Chance hat.
00:25:47: Und was man in den vergangenen Jahren in den Studien gesehen hat, ist, dass die prä-exponenzielle Impfung, sofern sie mit drei Impfstoffdosen durchgeführt wurde, bei immunkompetenten Personen boosterbar ist und das über Jahrzehnte bzw.
00:26:01: auch das Leben lang.
00:26:03: Und das hat die Stiko jetzt gerade zum Anlass genommen, um ihre Tollwut-Impfempfehlung noch einmal anzupassen, und zwar weg von den Fachinformationen der Tollwut-Impfstoffe.
00:26:14: Normalerweise ist nämlich neben der Grundimmunisierung auch eine Auffrischimpfung empfohlen.
00:26:19: Die STIKO empfiehlt aber seit diesem Jahr eben diese Auffrischimpfung nicht mehr, sofern die Grundimmunisierung mit einem Impfsthema mit insgesamt drei Impfstoffdosen verabreicht wurde.
00:26:30: Das war jetzt recht viel Information.
00:26:32: Vielleicht kannst du zum Abschluss nochmal kurz zusammenfassen, wie ... dass von der STIKO empfohlene Impfschema dann dann genau konkret aussehen würde.
00:26:40: Das
00:26:40: wären eben dann diese genannten drei Impfstoffdosen.
00:26:44: Und da gibt es bei den Impfstoffen auf jeden Fall immer ein konventionelles Impfschema.
00:26:49: Da werden die drei Impfstoffdosen an Tag an.
00:26:53: und dann je nach Impfstoffantrag, einundzwanzig bis achtundzwanzig verabreicht.
00:26:58: und je nach dem, was für einen Impfstoff man wählt, wie alt die Person ist, die geimpft wird und wie der Immunstatus ist, kann alternativ auch ein Schnellsthema angewandt werden.
00:27:06: Da werden die Impfungen dann an den Tag null drei und sieben verabreicht.
00:27:10: Die Auffrisch-Impfung, wie gesagt, die fällt in dem Fall weg.
00:27:17: Zu guter Letzte haben wir jetzt noch ein Thema mitgebracht, was ... Ja, ich denke, viele gar nicht mehr so auf dem Schirm haben.
00:27:24: Es geht nämlich um das Thema Polio, wo man ja eher tatsächlich über Ausrottung spricht, als darüber, dass es uns gerade aktuell beschäftigt.
00:27:33: Es gab dieses Jahr aber tatsächlich einige Meldungen und Schlagzeilen rund um Polio.
00:27:38: Und vielleicht, Tina, kannst du einmal ein bisschen erzählen, was da los war in diesem Jahr?
00:27:42: Ja,
00:27:42: sehr gerne.
00:27:43: Und Polio taucht tatsächlich nicht erst seit diesem Jahr, sondern schon seit November, zwanzig, vierundzwanzig immer wieder in den Medien auf.
00:27:51: Denn seitdem wurde immer wieder von sogenannten Impfstoffabgeleiteten Viren im Abwasser deutscher Städte berichtet.
00:27:58: Impfstoffabgeleitete Polyoviren?
00:28:00: Das ist vielleicht ein Begriff, den kennt nicht jeder.
00:28:03: Vielleicht kannst du unseren Zuhörerinnen einmal kurz erklären, was das genau ist.
00:28:07: Ja, an der Stelle starte ich vielleicht einmal damit, dass es grundsätzlich drei Typen an Polyovildviren gibt.
00:28:13: Also die normalen Viren, die die Polyomulitis übertragen können.
00:28:17: Inzwischen gibt es nur noch Typ eins.
00:28:19: Typ zwei und drei gelten als ausgerottet.
00:28:22: Also da haben wir es schon geschafft.
00:28:24: Typ eins ist allerdings immer noch am Zirkulieren in einigen Ländern.
00:28:29: Und gegen diese Poliowildviren wurden verschiedene Impfstoffe entwickelt.
00:28:33: In Deutschland wird aktuell nur noch ein inaktivierter Todimpfstoff eingesetzt, also wirklich ein Impfstoff, der keine lebenden Erreger mehr enthält.
00:28:41: Andere Länder hingegen verwenden aber noch die Schluckimpfung und diese Schluckimpfung, die enthält abgeschwächte Polyoviren, die tatsächlich noch leben.
00:28:51: Und diese abgeschwächten Impfviren können sich genetisch verändern, mutieren und so entstehen dann dieses sogenannten Impfstoff abgeleiteten Viren.
00:29:00: Und das Problem ist jetzt, dass diese Impfstoffabgeleiteten poliovieren, die können wieder Patogen sein und Menschen ohne vollständigen Impfschutz auch mit einer Poliomyelitis infizieren.
00:29:12: Ja, und diese Impfstoffabgeleiteten poliovieren, die wurden nun eben in mehreren deutschen Städten, aber tatsächlich auch in anderen Ländern Europas, nachgewiesen im Abwasser.
00:29:21: Und wenn ich das richtig gesehen hab, dann gab es jetzt ja gerade ganz aktuell auch noch eine weitere Meldung vom RKI, oder?
00:29:28: Ja,
00:29:28: das stimmt.
00:29:29: Im November wurden tatsächlich in Hamburg auch Polio-Wildviren im Abwasser nachgewiesen.
00:29:34: Also wirklich die ursprünglichen Viren, die die Erkrankung übertragen.
00:29:38: Das RKI hat hier allerdings auch recht schnell Entwarnung gegeben und schätzt das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland als gering ein.
00:29:44: Zum einen, weil es nur ein einzelner Nachweis war, der vermutlich eben aus irgendeinem Land eingeschleppt.
00:29:51: wurde, indem die Wildwehren noch zirkulieren.
00:29:53: Und zum anderen haben wir hier in Deutschland relativ hohe Impfkoten.
00:29:57: Da ist auch immer noch gut Luft nach oben.
00:29:59: Aber wir stehen relativ gut da und die meisten sind doch gegen Polyomilitis geschützt.
00:30:05: Das ist an der Stelle ja schon mal beruhigend zu wissen.
00:30:08: Aber gibt es denn vielleicht darüber hinaus trotzdem ein paar Dinge, auf die man jetzt besonders achten sollte?
00:30:13: Ja,
00:30:13: die gibt es tatsächlich.
00:30:14: Bislang gibt es glücklicherweise in Deutschland keinen Fall, weder durch Wildviren natürlich, noch durch die Impfstoff abgeleiteten Polyoviren.
00:30:23: Dennoch ruft das RKI aber dazu auf, wirklich Impflücken zu identifizieren und diese dann auch schnellstmöglich zu schließen.
00:30:30: Und im Säuglingsalter vor allem, wo ja die Polyo Grundimmunisierung stattfindet, dann auch ... die Impfserien im vorgesehenen Alter möglichst zeitnah abzuschließen, einfach damit alle auch einen guten Schutz haben.
00:30:42: Und falls Sie hier eine kleine Unterstützung wünschen, das RKI hat tatsächlich auch hilfreiche Leitfäden auf Ihrer Webseite veröffentlicht, die genau aufzeigen, in welchen Fällen dann wie viele Poliodosen notwendig sind.
00:30:54: Also je nachdem, wer vor Ihnen sitzt, können Sie dann nachschauen, was dann noch für Poliodosen quasi gebraucht werden.
00:31:01: Also auch für die Nachholimpfungen im Erwachsenenalter wäre das dann möglich.
00:31:05: Und damit sind wir auch schon am Ende unserer heutigen Folge angekommen.
00:31:09: Wir hoffen, dass wir sie heute mit neuem Impfwissen für ihren Praxisalltag versorgen konnten.
00:31:14: Falls Sie das eine oder andere jetzt noch mal in Ruhe oder auch mit mehr Details nachlesen möchten, dann schauen Sie gerne mal auf unserer Website vorbei, www.impfakademie.de.
00:31:25: Und hier finden Sie immer die aktuellen Informationen rund um die Impfempfehlung der STIKO.
00:31:30: Ja, und für dieses Jahr war das nun unsere letzte Folge, aber im nächsten Jahr werden wir uns sicher wieder hören.
00:31:36: Abonnieren Sie am besten immunisiert, um die nächste Folge nicht zu verpassen.
00:31:40: Und wir freuen uns, wenn Sie uns eine Bewertung hinterlassen.
00:31:44: Sie können außerdem auch sehr gerne die Kommentarfunktion nutzen, wenn Sie noch offene Fragen haben.
00:31:49: Bis zur nächsten Folge wünschen wir Ihnen eine gute Zeit.
00:31:52: Bis dahin!
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