Impfen bei Asthma, COPD & Co: Exazerbationen vorbeugen, Impflücken schließen
Shownotes
Für Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen wie Asthma oder COPD kann schon ein einfacher Atemwegsinfekt zur ernsten Belastung werden. In dieser Folge sprechen Kirstin und Loretta mit der Pneumologin Prof. Dr. Kathrin Kahnert darüber, warum Infektionen häufig Exazerbationen auslösen und welche Folgen diese langfristig für Lungenfunktion und Herz-Kreislauf-System haben können. Erfahren Sie, welche Impfungen die STIKO für diese Patientengruppe empfiehlt, worin sich die Empfehlungen der Fachgesellschaften unterscheiden und warum eine Biologikatherapie meist kein Hindernis für das Impfen ist. Außerdem geht es um die Zusammenarbeit zwischen Haus- und Fachärzt*innen sowie um Tipps für die Impfaufklärung im Praxisalltag. Zudem klärt die „Frage der Woche“, ob Erwachsene wirklich nur einmalig gegen Pertussis geimpft werden sollen.
Mehr pneumologisches Fachwissen kompakt aufbereitet finden Sie bei PneumoPearls: https://pneumopearls.de/ https://www.instagram.com/pneumopearls/
Die Impfkarte für pneumologische Patient*innen finden Sie unter: https://www.pneumologenverband.de/Allgemein%20-%20Bundesverband/themen/Impfkarte.pdf
Präsentiert von GSK. Mehr Informationen gibt es unter www.impfakademie.de
„Immunisiert“ richtet sich an medizinisches Personal, im Gesundheitswesen Tätige und Medizinstudierende. Trotz größter Sorgfalt können wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität übernehmen. Das Hören des Podcasts ersetzt keinen Arztbesuch.
NP-DE-ABX-AUDI-260010, Oktober 2026 NP-DE-ABX-WCNT-260023, Oktober 2026
Transkript anzeigen
00:00:08: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Immunisiert, dem Impfakademie Podcast.
00:00:13: Ihr kompakter und unterhaltsamer Begleiter rund um das Thema Impfen!
00:00:17: Ich bin Kirstin….
00:00:18: Und ich bin Loretta...
00:00:19: ...und gemeinsam begleiten wir sie durch die Folgen dieser Staffel.
00:00:23: Und wir freuen uns natürlich sehr, dass Sie auch heute wieder mit dabei sind – und wenn Ihnen der Podcast gefällt dann lassen Sie uns gerne schon mal einen Like da!
00:00:33: Nun aber zum heutigen Thema.
00:00:34: Es geht um eine Patientengruppe, für die Atemwegsinfektionen sehr schnell zu einer besonderen Belastung werden können und zwar sprechen wir heute über Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen wie z.B.
00:00:47: Asthma oder COPD Und warum der Impfsturz gerade bei diesen Patientinnen und Patienten so wichtig ist?
00:00:54: was bei modernen Therapien zu beachten ist und wie es gelingt, die bestehenden Impflücken im Praxisalltag besser zu erkennen und zu schließen.
00:01:02: Das erfahren wir in der heutigen Folge.
00:01:10: Viele relevante Fragen.
00:01:12: natürlich sind wir wieder nicht alleine sondern wir haben uns einen Gast eingeladen.
00:01:16: Loretta magst du uns verraten wer heute unsere Expertin ist?
00:01:20: Na klar das mache ich sehr gerne denn heute haben wir unsere Expertin Frau Prof.
00:01:25: Dr.
00:01:25: Katrin Karnath mit dem Podcaststudium.
00:01:29: Sie ist Fachärztin für innere Medizin und Pneumologie.
00:01:32: Und neben ihrer Tätigkeit in der interdisziplinären Gemeinschaftspraxis Medi-Center Germaring, ist sie auch als Professorin an der LMU München tätig.
00:01:40: Und viele von Ihnen kennen sie wahrscheinlich bereits, denn sie betreibt mit zwei Kolleginnen den Social Media Info Hub PneumoPERS, wo pneumologisches Fachwissen kompakt und verständlich für Mediziner Betroffene und alle anderen Interessierten aufbereitet wird.
00:01:58: Um da zu packen, wir Ihnen natürlich direkt den Link in die Shownotes.
00:02:01: Schauen Sie dort gerne mal vorbei!
00:02:03: Ja liebe Frau Prof.
00:02:04: Karnat, wie schön dass sie heute bei uns sind.
00:02:07: Hallo zusammen und ich freue mich natürlich das sich da sein darf.
00:02:10: Wunderbar.
00:02:11: Und ich habe mir gleich das erste Frage an Sie überlegt, können sie uns mal einen Überblick geben so über Ihre Patientinnen und Patienten?
00:02:19: Was haben die denn für chronische Lungenerkrankung?
00:02:22: Welche Erkrankungen sind da die häufigsten und kann man vielleicht auch sagen welche Personengruppen besonders häufig betroffen sind?
00:02:29: Ja, also man muss tatsächlich sagen dass wir im pneumologischen Alltag in der Facharztpraxis vor allem Patientinnen und Patienten mit Asthma-und COPD sehen.
00:02:39: Also das ist sicherlich die Mehrheit unserer Betroffenen.
00:02:43: aber wir haben auch Patientengruppe mit selteneren Lungenerkrankungen wie interstitielle Lungenerkrankungen, Broncheektasen, Sarkoidosel pulmonale Hypertonie, auch Fustenabklärung im Allgemeinen.
00:02:55: Wo wir natürlich erst mal gucken müssen welche Diagnose verbirgt sich danach ist einfach sehr häufig.
00:03:00: Und dann gibt es natürlich auch viele ganz seltene Lungenerkrankungen, die häufig eher in Spezialambulanzen angebunden sind wie zum Beispiel Mokovistidose-Patienten.
00:03:10: Aber auch das haben wir vereinzelt in der pneumologischen Facharztpraxis so dass wir ein sehr breites Spektrum an Patienten haben also vom jungen Erwachsenenalter von Jugendlichen, Asthmatiker bis hin zu hoch betagten Menschen mit all seinen Komorbitäten.
00:03:24: und da ist natürlich das Thema für uns zum Impfen ganz entscheidend denn atemwegs Erkrankungen betreffen sehr unterschiedliche Patientengruppen, aber Infektionen können sowohl bei Jüngeren als auch bei älteren Menschen schwerwiegende Folgen haben und deswegen ist das natürlich ein wichtiger Bestandteil in der pneumologischen Betreuung.
00:03:44: Ja und gerade wenn Sie jetzt sagen dass betrifft viele Menschen über viele Jahre und Jahrzehnte was könnten also für typische Komplikation im Verlauf auftreten bei diesen Grunderkrankungen?
00:03:56: Ja, also es gibt eine Komplikation.
00:03:59: Wir nennen das immer die Exerzervation.
00:04:01: Also das ist die akute Verschlechterung einer bestehenden.
00:04:05: Lungenerkrankung.
00:04:06: Und wenn wir uns jetzt auf die Hauptkrankheitsbilder Asthma und COPD fokussieren, dann werden eben diese akuten Verschlechterungen nicht selten von einer Atemwegsinfektion ausgelöst.
00:04:17: Es können natürlich auch mal bakterielle Infekte sein.
00:04:20: Häufig sind es aber auch Virusinfektionen.
00:04:23: Und daraus entsteht dann manchmal eine Abwärtsspirale.
00:04:26: Es beginnt mit einem kleinen Infekt, dann kommt eine bakteriale Superinfektion on top Komplikationen wie Lungenentzündung unter Umständen auch Krankenhausaufnahmen, Sauerstoffbedarf und im schlimmsten Fall sogar eine intensiv medizinische Betreuung.
00:04:43: Und deswegen ist das Ziel der Prävention eben nicht nur einen Infekt zu verhindern sondern eben auch die danach folgenden schweren Verläufe mit all ihren Kompliktionen zu vermeiden.
00:04:55: Ja und Sie hatten ja schon selber gesagt, die Personen haben generell auch einfach ein erhöhtes Infektionsrisiko.
00:05:01: Vielleicht können sie unseren Zuhörenden nochmal erklären woran das jetzt liegt?
00:05:07: Ich würde hier unterscheiden.
00:05:08: es geht nicht unbedingt darum dass jeder Mensch mit Asthma und COPD per se häufiger einen Infekt bekommt oder jeden Infekt bekommen.
00:05:15: Das entscheidende Problem ist eben diese respiratorische Infektion bei einer vorbestehenden Lungenerkrankung deutlich größere oder schwerwiegende reiklinische Konsequenzen haben kann.
00:05:25: Das heißt, da ist natürlich die Prävention ganz entscheidend und so wissen wir zum Beispiel für die RSV-Infektion das Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen zu den Gruppen mit erhöhtem Risiko gehören für einen schweren Krankheitsverlauf.
00:05:40: Und wir wissen diese RSV Infektionen können erstmal verschlechtern, kann die COPD verschlechtern und deswegen ist es natürlich ganz wichtig dass wir solche Infektionssogutes geht vermeiden.
00:05:55: Was würden Sie spontan sagen?
00:05:56: Welche Infektionskrankheit fängt man sich auf einer Fernreise am häufigsten ein.
00:06:01: Ist es Malaria, Hepatitis vielleicht Dengi?
00:06:04: Tatsächlich ist es keine davon!
00:06:06: Ganz vorne liegt die Influencer also die klassische Grippe in den vergangenen Jahren gemeinsam mit Covid-IX Und auch wenn das vielleicht überraschend ist, macht es eins sehr deutlich.
00:06:17: Selbst bei der Reiseimpfberatung sollten wir nicht nur an die klassischen Reise Impfungen wie Tollwut, Gelbfieber und so weiter denken – mindestens genauso wichtig ist der Blick auf die Standard-Impfungen!
00:06:28: Auch wenn Ihnen Patientinnen und Patienten jetzt sagen «Eine Grippeimpfung brauche ich nicht, Ich bin im Winter sowieso im Warmen», dann wissen Sie jetzt, auch eine Reise in sonnige Gefilde ist kein Grund den Influencer-Impfschutz aus den Augen zu verlieren….
00:06:45: Jetzt haben Sie schon RSV angesprochen.
00:06:48: Gibt es denn noch andere Infektionen, die besonders problematisch sind?
00:06:51: und kann man auch sagen dass generell abgesehen von den Exerbationen Infektionserkrankungen die pulmonale Grunderkrankung beziehungsweise den Gesundheitszustand generell der Personen langfristig verschlechtern?
00:07:05: Ja, wir wissen natürlich dass eine Exerzervation nicht zwingend dazu führt das man sich vollständig erholt.
00:07:11: Also man kann zwar jede Exerzarvation sehr gut behandeln und das versuchen wir natürlich auch.
00:07:17: aber zum Beispiel bei der COPD haben wir durchaus Daten, dass wir es nicht jedes Mal wieder schaffen die Lungenfunktion auf den Ausgangswert zu bessern.
00:07:25: Wir wissen die Patienten haben im Zuge einer solchen Exerzervation ein erhöhtes Sekundärkomplikationsrisiko wie zum Beispiel kardiovaskuläre Ereignisse häufig zum Beispiel nach Virusinfektionen wie Influenza und RSV, dass man da eine systemische Entzündungsreaktion hat.
00:07:41: Und diese systemischen Zytokine machen so an der Entzindung das eben kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkte oder auch Schlaganfälle verursacht werden können sozusagen als Folge der Infektion.
00:07:52: Das ist natürlich etwas was wir gerne abwenden möchten bevor es eintritt!
00:07:56: Ja, auf jeden Fall.
00:07:57: Und da sind wir auch schon bei der Prävention angekommen.
00:08:00: Sie hatten die Impfungen schon erwähnt und die Wichtigkeit betont, welche Impfungen?
00:08:04: sollen denn jetzt ihre Patientinnen gemäß Stiko alle bekommen?
00:08:08: Ja, also da haben wir natürlich eine ganze Liste und das hängt natürlich immer ab vom Alter.
00:08:15: Und auch dem Impfstatus ist es ganz wichtig wenn man jetzt hier so auflistet und dann wird es durchgehen vielleicht weil's jetzt auch wieder aktuell wird.
00:08:23: Das ist die Influencer-Impfung.
00:08:25: Da kriegt man jetzt sicherlich von vielen Hausärzten jetzt schon eine Infokmelden Sie sich schon mal an.
00:08:31: Das empfehlen wir bei chronischen Erkrankungen der Atemwege sozusagen einschließlich Asthma und COPD ab einem Alter von sechs Monaten jährlich.
00:08:39: Und ab sechzig Jahren empfiehlt die STIKO inaktivierten Hochdosis oder eben einen adjuvantierten Influencer-Impfstoff, weil wir da einfach eine stärkere Immunigenität erzielen möchten.
00:08:51: Dann ist es eben so, dass man auch noch die COVID-IX-Infektion hat, die man abdecken möchte.
00:08:58: Auch hier sind Personen mit chronischen Atemwegserkrankungen und einem erhöhten Risiko für schwere Verläufe weiterhin eine.
00:09:04: Risikogruppe für die saisonale Impfung.
00:09:07: Wobei man hier sagen muss, dass die STIKO die Impfeempfehlung insgesamt für Covid hochgesetzt hat ab dem fünfundsebzigsten Lebensjahr aber wie gesagt Patienten mit schweren Arpenwegserkrankungen.
00:09:17: Da wird trotzdem eine jährliche Vakzinerung empfohlen.
00:09:20: dann haben wir als dritte Impfung die Pneumokokken also die Lungenentzündung.
00:09:24: Hier ist es ab dem sechzigsten lebensjahr eine Standardimpfung Mit dem zwanzigvalenten Impfstoff und bei Erwachsenen auf achtzehn Jahren.
00:09:34: Und das sind eben auch Erkrankungen der Atmungsorgane.
00:09:37: Das hat man also schon ab einem früheren Alter, also ab dem achtzehnten Lebensjahr eine Indikationsimpfung.
00:09:44: und auch da sehen wir, obwohl jetzt zum Beispiel der Pneumokokken-Impfstoff hier schon... Es gibt ja Pneumeokokkeimpfungen seit vielen Jahren und auch die Impfempfehlung, dass z.B.
00:09:53: nur dreiunddreißig Prozent der Patienten über sechzig Jahre geimpft sind und zwischen achtzehn und vierundsechzig Jahren bei den Gruppen, die eigentlich eine Impfempfehlung hätten sogar vierzehn Prozent der Patienten.
00:10:05: Das heißt, obwohl wir eigentlich wissen, wir haben Empfehlungen, haben wir da doch eine deutliche Lücke an dem wie die Empfehmungen umgesetzt werden.
00:10:12: und dann haben wir RSV.
00:10:13: Haben wir schon drüber gesprochen?
00:10:16: Die Impfempfehlung für alle Personen ab fünfundsiebzig, weil wir sehen ab zunehmendem Alter eben schwer wegen der Verläufe.
00:10:23: Aber im Alter von sechzig bis seventy Jahren empfiehlt eben die STIKO die einmalige Impfung bei schwerer Grunderkrankungen und da gehören einfach chronische respiratorische Erkrankungen dazu also auch genau unser Patienten-Kollektiv Und es gibt jetzt auch eine aktualisierte Empfehlung.
00:10:42: Da ist es eben auch so, dass ab sechzig Jahren die Standardimpfung empfohlen wird und die STIKO empfiehlt jetzt auch diese Impfungen.
00:10:50: Ab achtzehn Jahre bei einem erhöhten Risiko aufgrund einer schweren chronischen Erkrankung unterwerden beispielsweise COPD- und Asthma ausdrücklich genannt.
00:10:59: Das heißt das ist durchaus was für uns relevant ist wenn jetzt aber jemand eine leichte Erkrankung hat und gut kontrolliert ist also ein leichtes Asthma zum Beispiel im Jugendalter und der ist gut.
00:11:11: kontrollieren ist es nicht zwingend nötig, aber das ist immer eine Einzelfallentscheidung wo man im Prinzip in der Abhängigkeit von der Schwere mit dem Patienten dann die Impfempfehlung treffen muss.
00:11:21: Ja super dass Sie das auch gerade nochmal klargestellt haben weil das ist ja tatsächlich im Alltag eine sehr häufige Frage die wir auch häufig bekommen.
00:11:30: Schon gewusst?
00:11:32: Mehrere Impfungen an einem Tag?
00:11:34: ist das sinnvoll?
00:11:35: Die Antwort lautet ja, denn viele Impfungen können problemlos an einem Termin verabreicht werden sofern laut der jeweiligen Empfehlung oder der Fachinformation nichts dagegen sprecht.
00:11:45: Und das hat einen klaren Vorteil – weniger Termine, weniger Aufwand und eine schnellerer Aufbau des Impfschutzes.
00:11:52: Besonders praktisch ist es wenn mehrere Impfungen anstehen oder die Zeit knapp ist wie zum Beispiel vor einer Fernreise oder jetzt in der Erkältungs- oder Impfsaison.
00:12:02: Und keine Sorge, mehrere Impfungen an einem Tag bedeuten nicht automatisch eine stärkere Belastung für den Körper.
00:12:08: Kurz gesagt – wenn es medizinisch passt ist die gleichzeitigige Gabe mehrerer Impfungen eine sinnvolle Lösung von der alle profitieren.
00:12:16: Die Patientinnen und Patienten genauso wie das Praxistim!
00:12:23: Nun
00:12:23: sind das ja die Empfehlungen der Stiko.
00:12:25: Viele Fachärztinnen und Fachärzte orientieren sich generell in der Therapie auch sehr an den Empfeilungen der Fachgesellschaften, an den Leitlinien.
00:12:34: Werden denn da Impfungen auch betont oder hervorgehoben?
00:12:37: Und unterscheiden sie sich irgendwie von den Stiko-Empfehlung?
00:12:41: Ja, also die DGP betont natürlich schon auch in den Leitlinien den Stellenwert von Impfungen zur Exerziationsprophylaxe.
00:12:50: Ich würde sagen es gibt einen wesentlichen Unterschied bei der RSV.
00:12:54: Also da ist das bei der RSV-Impfung schon so von Seiten der deutschen Gesellschaft vom Pneumologie.
00:12:59: Da gab es zwanzig drei und zwanziger ein Positionspapier mit noch anderen Fachgesellschaften und das war damals bereits breiter formuliert als die Stikoempfehlung.
00:13:08: Also man hat da im Prinzip gesagt, die RSV-Impfung ab sechzig mit pulmonaler Vorerkrankungen so wie es jetzt auch der Stiko Empfehlung ist.
00:13:16: Aber man hat auch gesagt, wenn jemand eine schwere pulmonale oder kaduvaskuläre Erkrankung mit eingeschränktem Immunabwehr hat.
00:13:24: Dass man unter Umständen auch unter dem sechzigsten Lebensjahr impfen kann.
00:13:29: und die RSV.
00:13:30: Es gibt RSV-Impfstoffe, die eben auch eine Zulassung unterhalb des sechzuchten Lebensjahres haben.
00:13:36: Da muss man dann im Prinzip aber auch mit den Patienten ein Gespräch führen ob sich jemand dann für eine RSV-Impfung qualifiziert, aber jemand mit einer sehr schweren Lungenerkrankung der jetzt beispielsweise fünfzig Jahre alt ist hätte durchaus auch eine Indikation zum Schutz vor einer Verschlechterung und das muss man eben im Einzelfall besprechen.
00:13:55: Auf jeden Fall!
00:13:56: Und gegebenenfalls auch mal bei der Krankenkasse bezüglich der Kosten Nachfragen?
00:14:01: Ja, das ist ein ganz wichtiger Punkt, der ja auch heikel sein kann.
00:14:04: Das muss man klären, aber ich glaube gut mit Daten untermauern.
00:14:08: Und das sind ja nicht alle Patienten, das sind die wirklich... Patienten, die schon leider schwer krank sind.
00:14:13: Wo man dann einfach zusätzlich Hilfestellung bieten möchte?
00:14:16: Ja und gerade in dieser Patientinnengruppe gibt es ja auch viele mittlerweile, die in den letzten Jahren relativ moderne Therapien angefangen haben – die sogenannten Biologiker also Therapien, die mittels Spritzen verabreicht werden.
00:14:31: Hier gibt's ja gerade bei dem ärztlichen Personal häufig so ein bisschen Bedenken.
00:14:36: Sind da Impfungen problemlos möglich muss man da was beachten Sie denn hier Ihren KollegInnen empfehlen?
00:14:43: Ich glaube, hier ist die wichtigste Botschaft.
00:14:46: Einem Biologikatherapie bedeutet ja nicht automatisch dass man nicht impfen darf und auch die Tatsache das eine Therapie an sich gespritzt wird sagt gar nichts darüber aus ob eine Impfung möglich ist oder nicht.
00:14:58: Und wenn wir jetzt über Biologiker sprechen bei Asthma und COPD, dann kann man da weiter impfen.
00:15:03: Wenn man jetzt über Therapien spricht die das Immunsystem beeinflussen jetzt unabhängig von Asthma oder COPD?
00:15:10: Dann muss man immer gucken ist es eine Therapie, die das Imunsystem auch unterdrückt?
00:15:14: handelt es sich um Todimpfstoffe oder Lebend Impfstoffe?
00:15:16: aber bei den genannten Impfungen sind wir eigentlich insgesamt auf der sicheren Seite weil wir hier keinen Lebend Impfstoff haben für diese respiratorischen Erkrankungen sprechen, aber die beim Asthma oder COPD derzeit zugelassenen Biologika.
00:15:33: Die sind unproblematisch was impfen angeht.
00:15:35: Sehr gut und was würden Sie jetzt empfehlen?
00:15:37: Wie sollten sich Hausärzte und Fachärzte untereinander aufteilen damit die Patientin oder der Patient bestmöglich geimpft wird?
00:15:45: also ich würde es gar nicht als strikte Aufteilung verstehen wollen.
00:15:48: Ich würde wichtig finden, dass jemand sich verantwortlich fühlt und idealerweise machen das beide.
00:15:54: Weil jeder kann mal einen Patienten übersehen sowohl der Facharzt als auch der Hausarzt.
00:15:59: aber ich denke wir sollten von fachherzlicher Seite die Impfindikation stellen, die Empfehlung raus geben.
00:16:06: man kann es in die Hände des Hausarzes natürlich zurückgeben aber wenn der Patient wieder kommt und nicht geimpft ist so man sieht okay hat vielleicht beim letzten Mal nicht geklappt, weil er mit einem akuten Infekt beim Hausarzt war und wir haben die Gelegenheit dann sollten wir impfen.
00:16:19: Und wichtig ist natürlich dass man den Überblick nicht verliert.
00:16:22: das heißt es ist gut wenn irgendwo gut dokumentiertes was geimpft wurde zum Beispiel im Impfpass.
00:16:27: aber es gibt ja jetzt auch eine Impfkarte für pneumologische Patienten wo man im Prinzip diese Impfungen über die wir gesprochen haben gut dokumentieren kann wo man sagen kann da steht noch aus das wurde gemacht so dass man dem Überblick auch nicht verliertssachen oder noch schlimmer, gar nicht geimpft werden.
00:16:45: Das ist ganz wichtig, dass man einfach die Rückkopplung hat, ob eine Impfung erfolgt ist und gegebenenfalls nacharbeitet.
00:16:52: Also die gute Kommunikation und Dokumentation ist hier scheinbar das A und O. Und wenn wir beim Thema Kommunikationsbleiben, Sie haben ja selber schon gesagt, die Impflücken sind ganz schön groß gerade bei den Personen mit Grunderkrankungen.
00:17:05: Haben sie da noch Tipps für die KommunikATION mit den Patientinnen selbst?
00:17:09: Wie kann man die in Anführungsstrichen überzeugen sich impfen zu lassen?
00:17:14: Ich glaube ein ganz wichtiger Punkt ist Aufklärung und nicht Zwang!
00:17:20: Also ich glaube wir sollten die Patienten aufklären, auch Ängste und Sorgen besprechen.
00:17:24: Ich finde das sollte man doch immer ernst nehmen wenn jemand Fragen hat, wenn jemand Sorgen hat vor Nebenwirkungen da sollten wir einfach offen sein eine Dialog zu treten.
00:17:33: und ich habe schon das Gefühl dass wenn wir die Patienten gut aufklären, ihnen das erklären.
00:17:37: Dass sie da eigentlich sehr offen sind und auch gegebenenfalls Bedenkzeit müssen wir einräumen.
00:17:42: wenn jemand nachdenken will finde ich sollte man dem Patienten Zeit lassen für die Entscheidung damit es sozusagen eine nicht erzwungene Entscheidung ist sondern letztlich auch von beiden ist eine Empfehlung der Patient hat Bedenkszeit und kann sich dann proaktiv auch wieder melden wenn er sich entschieden hat.
00:17:58: Liebe Frau Prof.
00:17:59: Kanath, da sind wir schon bei meiner letzten Frage angekommen – das ist ja unsere Standardfrage hier im Immunisiert-Podcast nämlich wenn Sie unseren Zuhörerinnen nur noch eine Sache empfehlen können jetzt abschließen nach all ihren bisherigen Empfehlungen die sie ab morgen im Hinblick auf das Impfen ändern sollen oder machen sollen was wäre da der wichtigste Hebel?
00:18:20: Also was glaube ich ein ganz wichtiger Punkt ist, ist der Impfpass.
00:18:24: Also man sollte schon ungefähr wissen wo sein Impfpass ist solange es nicht elektronisch gibt oder sie interlegens irgendwie im iPhone.
00:18:31: das glaube ich wäre ganz ganz wichtig weil das sind einfach Sachen die oft verloren gehen die aber für die betreuenen Ärzte extrem hilfreich sind und ich hoffe natürlich immer noch dass wir irgendwann digital weiterkommen bei der EPA dass man da so eine Art elektronischen Impfpass hat.
00:18:45: soweit sind wir noch nicht.
00:18:48: Wenn man weiß, wo ist mein Impfpass und grundsätzlich dran denkt, dass man vielleicht einmal im Jahr den Impfpass mit zum Hausarzt oder Fachärzte nimmt.
00:18:56: Zum Gucken ob etwas fehlt oder ob etwas nachgeimpft werden muss.
00:19:00: Ja das wäre wirklich super, dass die KollegInnen überhaupt die Chance haben den Impfstatus zu kontrollieren.
00:19:06: Ja, vielen Dank, dass Sie heute bei uns waren und unsere tolle Einblicke gegeben haben.
00:19:10: Ich habe auf jeden Fall wieder ganz viel gelernt und mitgenommen.
00:19:14: Mir hat es großen Spaß gemacht!
00:19:16: Ich hoffe Ihnen auch, vielen dank, dass sie bei uns warnt.
00:19:20: Vielen Dank, das ich kommen konnte.
00:19:23: Frage der Woche
00:19:23: – ja und auch heute ist natürlich unsere Folge noch nicht zu Ende denn wir haben noch die Frage der Woche mitgebracht.
00:19:32: Und liebe Kirstin, ich glaube, wir bleiben heute im weitesten Sinne bei den Atemwegsinfektionen oder?
00:19:38: Ganz genau so ist es.
00:19:39: Die heutige Frage passt wirklich gut zu dem Thema, was wir gerade hatten und uns hat diese spannende Frage erreicht ob die pertusses Impfung also die keuch-husten Impfungen im erwachsenen Alter wirklich nur einmal empfohlen oder ob es vielleicht Situationen gibt, wo auch weitere Impfungen sinnvoll sein könnten.
00:20:00: Liebe Loretta magst du uns hier einmal aufklären?
00:20:02: Na klar das mache ich gerne.
00:20:04: und tatsächlich ist es so, dass alle Erwachsenen bei denen das in der Vergangenheit noch nicht erfolgt ist zur nächsten verlegen Tetanus-Difterieimpfung die Kombi-Impfung mit Patroces erhalten soll.
00:20:16: Das würde also Halchsen tatsächlich nur einmal im erwachsenden Alter impfen Und jetzt kommt das aber.
00:20:22: Es gibt natürlich verschiedenste Personengruppen, die eine Indikationsimpfung bekommen sollen und das sind zum Beispiel die nahen Kontaktperson oder Betreuerenden von Neugeborenen also
00:20:34: z.B.,
00:20:35: die Väter, die Großeltern, Babysitter etc.
00:20:39: Diese sollen tatsächlich alle zehn Jahre gegen Patroces geimpft werden und da kommt ja schon mal eine ganz schön große Personengruppe zusammen wenn man sich jetzt mal so überlegt wer alles mit Neugebornen zu tun hat.
00:20:50: Und auch das Personal im Gesundheitswesen soll die Impfung alle zehn Jahre bekommen und auch für Personen mit Grunderkrankungen, wie wir heute zum Beispiel gehört haben.
00:20:59: Die Person mit chronischen Lungenerkrankung – auch für sie kann die Impfungen alle zehn Jahren sinnvoll sein!
00:21:04: Hier muss aber dann natürlich die Kostenübernahme mit der Krankenkasse besprochen werden.
00:21:18: Super.
00:21:19: Vielen lieben Dank, Loretta!
00:21:21: Und damit sind wir auch schon am Ende der heutigen Folge angekommen.
00:21:25: Mir hat das mal wieder sehr viel Spaß gemacht.
00:21:27: Vielen Dank natürlich auch an Sie Frau Professor Karnat, dass sie uns heute begleitet haben durch diese Folge, dass Sie uns so viele spannende und praxisnahe Tipps- und Empfehlungen mitgegeben haben rund um das Impfen bei chronischen Lungenerkrankungen.
00:21:42: Und wenn Sie noch mehr zum Thema Pneumologie erfahren wollen, meine Kollegin hat es eben auch schon angesprochen.
00:21:48: Dann schauen sie auch unbedingt einmal auf Ihrem Kanal den Pneumo-Pearls vorbei!
00:21:54: Wenn Ihnen die heutige Folge gefallen hat dann abonnieren Sie unseren Podcast immunisiert gerne und ich hatte das Eingangs auch schon erwähnt.
00:22:01: wir freuen uns natürlich immer sehr über eine positive Bewertung oder eine Weiterempfehlung Und in zwei Wochen geht es dann weiter mit dem Impfen.
00:22:10: In einer ganz besonderen Situation, wie du gerade schon erzählt hast, liebe Loretta, wir sprechen über das Impfen in der Schwangerschaft.
00:22:18: Hören Sie also unbedingt wieder rein!
00:22:20: Vielen lieben Dank fürs Zuhören, bleiben sie gesund und bis zum nächsten
00:22:23: Mal!
00:22:24: Tschüss!
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